Meinung
Ich geb’s zu: Ich mag KI-Tools. Ich nutze sie täglich, ich lass mir von ihnen Code schreiben, ich generiere mit ihnen Bilder auf dem Mac. Aber genau deswegen kriege ich in letzter Zeit regelmäßig Zahnschmerzen, wenn ich sehe, wie viele Firmen KI in Produkte reinklatschen, weil irgendwer im Marketing-Meeting “Boah, das wäre doch mal innovativ” gesagt hat – und niemand im Raum den Mut hatte, “und was ist mit Missbrauch?” zu fragen.
Hast du in letzter Zeit mal nach RAM-Preisen geschaut? Falls nicht: Tu es nicht. Es sei denn, du stehst auf Schockzustände.
Ich wollte eigentlich meinem kleinen Home-Server (ja, der Docker-Host, auf dem mein ganzes Node-RED-Geraffel läuft) ein kleines Upgrade gönnen. Nichts Wildes. Ein bisschen mehr Luft für neue Container. Aber als ich die Preise gesehen habe, dachte ich erst, mein Browser rendert die Währung falsch.
Aber nein. Es ist Realität. RAM ist das neue Gold. Und schuld ist – Überraschung – mal wieder die KI.
„Ach, das Zertifikat läuft ja erst nächste Woche ab.“
„Einfach überall das gleiche Passwort, merkt sich leichter.“
„Das Backup verschlüsseln wir später.“
Klingt vertraut? Willkommen in der Realität von IT-Security: wir alle wissen, dass wir es richtig machen sollten – und trotzdem schieben wir es auf. So lange, bis es knallt.
Bequemlichkeit schlägt Vernunft
Das Grundproblem ist simpel: Sicherheit fühlt sich oft an wie unnötiger Ballast.
- 2FA? Kostet 10 Sekunden mehr beim Login.
- Zertifikate erneuern? Nervig, weil irgendwas immer hakt.
- Backups verschlüsseln? Klar, aber die unverschlüsselten laufen doch auch.
Wir Menschen sind Meister im kurzfristigen Denken. Wenn der Schmerz nicht sofort spürbar ist, gewinnt die Bequemlichkeit.